Die Versicherungsprämie für einen Zweitwagen kann teuer sein. Da der Fahrer eines Zweitwagens bisher oft ein schon versichertes Fahrzeug mitgenutzt hat, hat er in vielen Fällen selbst noch keinen Schadensfreiheitsrabatt “verdient”. Würde er als Neufahrer eingestuft, könnte die Prämie für einen Zweitwagen bis zu 240 % des Versicherungsgrundtarifes betragen.

Glücklicherweise gibt es für solche Fälle eine spezielle “Zweitwagenregelung”, die von praktisch allen Versicherern angeboten wird. Wenn sich z.B. ein Ehepaar einen Zweitwagen anschafft und beide als Fahrer des Erstwagens registriert waren, berechnen viele Anbieter einen günstigeren Tarif für den Zweitwagen. Der Zweitwagen wird in Schadensfreiheitsklasse 1/2 oder besser eingestuft, der zu zahlende Tarif liegt in der Regel zwischen 85% – 140 % des Grundbetrages. Manche Versicherungen bieten sogar Sonderregelungen für Zweitwagenversicherungen an, in dem der Zweitwagen die gleiche Schadensfreiheitseinstufung wie der Erstwagen erhält. Um eine solche Einstufung zu erhalten, muss der zukünftige Fahrer des Zweitwagens unbedingt nachweisen, dass er für eine der Schadensfreiheitsklasse entsprechende Zeit einen Führerschein besessen hat.

Neben Ehe- und Lebenspartnern kann die Sonderregelung für Zweitwagen besonders für den Fahranfänger in einer Familie interessant sein. Wenn dessen Fahrzeug z.B. durch die Eltern als Zweitwagen angemeldet wird, stuft die Versicherungsgesellschaft den Vertrag gewöhnlich in SF 1/2 (100 % – 140 %) ein. Das ist wesentlich günstiger als ein eigener Vertrag für den Fahranfänger, der in der Regel mit SF 0 (240 %) anfangen muss.

Selbstverständlich verdienen sich Ehegatte oder Fahranfänger bei der Zweitwagenregelung keinen eigenen Rabatt. Dieser ursprüngliche Nachteil kann jedoch später annuliert werden, wenn der Versicherungsnehmer seinen verdienten Rabatt auf den Fahrer überschreibt. Eine solche Rabattübertragung ist zwischen Verwandten (in der Regel 1. Grades) und innerhalb einer häuslichen Lebensgemeinschaft möglich, ist nach Vollzug allerdings unwiderruflich. Hier ist zu beachten, dass eine Rabattübertragung nur für Jahre erfolgen kann, in denen der Begünstige Führerscheininhaber war.

Geschrieben von: Henning Petrat (office [at] konto.info)