Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Zusatzrente und basiert auf freiwilliger Basis. Entstanden ist sie während der Rentenreform 2000/ 2001. Sie wurde nach dem damaligen Bundesminister für Arbeit und Soziales Walter Riester benannt. Seit dem 1. Januar 2002 wird die Riester-Rente angeboten. Ihr Ziel ist es, die gesetzliche Rente zu ergänzen. Man zahlt während seines Arbeitslebens Beiträge in eine private Rentenversicherung, einen Banksparplan oder einen Fonds ein und erhält extra staatliche Zulagen und Steuerfreibeträge. Damit die Riester-Rente auch staatliche gefördert wird, muss sie behördlich zertifiziert sein. So wird auch eine Rückzahlung mindestens in Höhe der eingezahlten Beiträge und dazu eine Mindestverzinsung garantiert. Dadurch gilt die Riester-Rente als sicher. Um die staatliche Maximalförderung zu bekommen, muss ab 2008 der Beitrag bei 4% des Bruttogehalts liegen. Allerdings erhält nicht jeder die Riester-Förderung. Anspruch darauf hat jeder gesetzlich rentenversicherte Arbeitnehmer, alle Beamten, Soldaten, Wehr- und Zivildienstleistende, Auszubildende, Eltern im Erziehungsurlaub, Arbeitslose und jeder freiwillig gesetzliche Rentenversicherter. Ausgeschlossen von der staatlichen Förderung sind alle Selbstständige, die sich nicht gesetzlich rentenversichert haben.

 

Leistungen der Riester Rente

In den vergangenen Jahren hat kaum ein Produkt die Finanzwelt so sehr in Aufruhr versetzt, wie die Riester-Rente. Zum Einen liegt dies daran, dass die Riester-Rente mit erheblichen Steuervorteilen und Zulagen lockt, zum Anderen aber auch daran, dass sie ein Beweis für die Einsicht der Regierung ist, dass die gesetzliche Rentenversicherung zum Scheitern verurteilt ist.

Die Riester-Rente funktioniert folgendermaßen: Wer die vollen staatlichen Förderungen in Höhe von 154 Euro für den Vertragsinhaber und 185 Euro für jedes eigene Kind (nur einmal pro Familie) erhalten möchte, der muss mindestens 4% seines Monatsbruttolohnes in einen Riester-Vertrag einbezahlen. Dabei ist es jedoch möglich, die Zulage bereits in den Beiträgen zu berücksichtigen, also nur die Differenz zwischen Zulage und Beitragssoll zu bezahlen.

Es ist jedoch generell nicht jedem Menschen möglich, von den Förderungen der Riester-Rente zu profitieren. Wer nicht dem direkt förderfähigen Personenkreis (Angestellte, Beamte, Arbeitslose, ALG II Empfänger, Wehr- und Zivildienstleistende, Auszubildende) angehört, der muss, möchte er die Förderungen erhalten, mit einer direkt förderfähigen Person verheiratet sein. Ist das der Fall, wird er indirekt förderfähig und kann auch Zulagen erhalten.

Neben der Zulage ist es vor allem der Steuervorteil, der viele Menschen reizt. Besonders Besserverdiener profitieren enorm, wenn das Finanzamt am Ende eines Jahres prüft, ob eine mögliche Absetzbarkeit der Beiträge zu einem höheren Vorteil als die Zulage führen würde. Ist das nämlich der Fall, wird die Differenz in Form einer Steuerrückzahlung erstattet.

 

Vorteile der Riester Rente

Die bedeutendsten Vorteile der Riester-Rente sind:

  • Die staatliche Förderung, die wahlweise als Zulagen oder Steuervorteile beansprucht werden und je nach Einkommen bis 50% ausmachen kann. Steuervorteile sind durch die Einkommensteuererklärung geltend zu machen – als Sonderausgabe innerhalb des Höchstbeitrags. Falls die Prüfung durch das Finanzamt ergibt, dass die mögliche Steuerersparnis die bereits beanspruchten Zulagen übertreffen kann, wird diese erstattet. Zulagen sind generell für die Familien vorteilhafter, während die Sonderausgabeabzüge eher für Besserverdienende zweckmäßiger sind.
  • Ab 2008 gilt die letzte und höchste der vier Stufen zur verbesserten Förderung. Junge Menschen unter 21 bekommen einen Bonus von 100€, Eltern, dessen Kinder 2008 geboren werden, bekommen Kinderzulagen von 300€, Investieren von 4% des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens (Maximum 2100€) bringt die maximale Förderung.
  • Ferner wird bei der Riester-Rente eine Garantie gegeben, dass mindestens das eingezahlte Geld ausgezahlt wird.
  • Bei Arbeitslosigkeit oder beim Bezug von ALG II ist das bereits eingesparte Geld nicht von Anrechnung als Barvermögen gefährdet.
  • Der Versicherungsnehmer darf frei sowohl den Tarif seines Versicherers als auch den Anbieter wechseln. Ein Wechsel kann auch dann lohnen, wenn er gewisse Kosten verursacht, falls der neue Tarif bzw. Anbieter leistungsfähiger ist.
  • Es können Zusatzversicherungen abgeschlossen werden, wie Unfallversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Erwerbsfähigkeitsversicherung.
  • Die Versicherer offerieren außerdem zahlreiche Varianten zur Absicherung der Familien bzw. Hinterbliebenen im Fall des Todes des Versicherten. Erwähnt seien die Varianten vertraglich garantierte Laufzeit der Zahlungen oder die Zahlung eines vertraglich garantierten Gesamtbetrags.
  • Auf Wunsch ist beim Rentenbeginn eine Einmahlzahlung möglich: für vor 2005 abgeschlossen Verträge von 20% des Gesamtkapitals, für die nach 2005 abgeschlossen Verträgen sogar 30% Gesamtkapitals.

 

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