Jeder Bürger ist in der Pflegeversicherung pflichtversichert. Man nennt sie daher auch Pflegepflichtversicherung. Doch ihre Leistungen genügen nicht mehr, sodass eine zusätzliche private Vorsorge nötig wird.

Die Pflegeversicherung gewährt über gesetzliche und private Pflegekassen Leistungen im Fall der Pflegebedürftigkeit. Dabei ist jeder Bürger über die Pflegekasse seiner gesetzlichen Krankenkasse bzw. seiner privaten Krankenversicherung versichert. Daher rühren die Begriffe gesetzliche und private Pflegeversicherung. Doch letztlich verbirgt sich hinter diesen Begriffen dasselbe, denn es handelt sich hierbei nur um die unterschiedlichen Träger Deutschlands jüngster Sozialversicherung, der Pflegeversicherung.

Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung genügen nicht mehr. Reformversuche haben hieran nichts ändern können, denn bislang gingen die Maßnahmen kaum über Beitragserhöhungen hinaus. Die Umlagefinanzierung, die demographische Entwicklung und die gestiegenen Pflegekosten sind maßgebliche Ursache dafür, dass die mangelhaften Leistungen nicht einfach erhöht werden können. Stattdessen klafft momentan ein mehrere hundert Millionen großes Finanzierungsloch zwischen den zu geringen Einnahmen und zu hohen Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung.

Dieses Finanzierungsloch hat eine Versorgungslücke für die Bürger zufolge, die dafür verantwortlich ist, dass Pflegebedürftige bzw. deren Angehörige bei einer stationären Pflege in Pflegestufe III monatlich rund 1.500 Euro aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Die rund 3.000 Euro, die für die Pflege in Rechnung gestellt werden, erstattet die Pflegekasse nämlich nur zu gut 50 Prozent. Auf den Restkosten bleiben die Versicherten sitzen.

Nur mit einer privaten Pflegezusatzversicherung kann man diese Restkosten abdecken. Bei der Wahl der richtigen Versicherung ist ein Versicherungsvergleich hilfreich. Auf welche Pflegezusatzversicherung letztlich die Wahl fällt, ist auch eine Frage der individuellen Wünsche. So gibt es drei verschiedene Produkte, welche sich an die unterschiedlichen Bedürfnisse Versicherter richten: die Pflegerentenversicherung, die eine monatliche Pflegerente gewährt, die Pflegetagegeldversicherung, welche ein frei verwendbares Tagegeld auszahlt und die Pflegekostenversicherung, welche die nicht von der Pflegekasse abgegoltenen Kosten übernimmt.


Geschrieben von: Robert Jacobi (info [at] finads-gruppe.net)