In Deutschland gibt es zwei Möglichkeiten sich gegen Krankheitsausfälle zu versichern. Die Mehrzahl der Bevölkerung ist in gesetzlichen Krankenkassen pflichtversichert. Dies bedeutet, dass Ihr Arbeitgeber sich zusammen mit Ihnen die Kosten der monatlichen Prämienleistungen teilt. Es besteht auch die Möglichkeit sich in einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichern zu lassen.

Die andere Möglichkeit sich in Deutschland gegen die finanziellen Ausfälle und Kosten zu versichern, die auftreten wenn eine Behandlung im Krankheitsfall notwendig wird, ist die Aufnahme in eine private Krankenversicherung anzustreben. In eine private Krankenversicherung kann jedoch nicht jeder Bürger eintreten; bestimmte Aufnahmevoraussetzungen müssen erfüllt werden. Das stärkste Kriterium, das entscheidet ob eine Person sich privat versichern lassen kann, ist der Beruf, den die Person ausübt. Einige Berufsgruppen dürfen laut Gesetzgeber selbst entscheiden, ob sie den Krankenversicherungsschutz einer PKV in Anspruch nehmen wollen oder doch in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sein wollen.

Zu den Berufsgruppen die sich in Deutschland privat versichern lassen können gehören Beamte und Beamtenanwärter, die von ihren Dienstherrn eine Beihilfe erhalten. Diese Beihilfe deckt im Fall einer Krankheit nicht die gesamten Kosten ab, weshalb diese Berufsgruppe eine wichtige Säule der privaten Krankenversicherer ist. Darüber hinaus können auch Selbstständige und Freiberufler den privaten Versicherungsschutz der zahlreichen Anbieter privater Krankenversicherungen in Anspruch nehmen. Für Studenten gilt, dass diese sich entweder nach dem Ablauf der Familienversicherung oder bereits zu Beginn des Studiums selbst privat versichern lassen können.

Angestellte und Arbeitnehmer deren Bruttoverdienst oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt, haben die Wahl sich entweder gesetzlich oder privat krankenversichern zu lassen. Die Versicherungspflichtgrenze in Deutschland beträgt im Jahr 2011 49.500 Euro.

Eine Gesundheitsprüfung durch einen Fragebogen ist ebenso unerlässlich für Personen, die die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung anstreben. Hier muss der Versicherer die Kosten so gering wie möglich halten, da im Gegensatz zu gesetzlichen Krankenkassen nicht das Solidaritätsprinzip greift. Dieses besagt, dass bei Versicherungsnehmern nicht das Risiko einer Krankheit entscheidend ist, sondern die Bedürftigkeit. Bei einer privaten Krankenversicherung hingegen orientiert sich die Aufnahme am Äquivalenzprinzip, wonach die Höhe der Beiträge nach dem gesundheitlichen Risiko und den gewünschten Leistungen des Versicherten bemessen wird.